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43 Für die einzelnen Pflegetätigkeiten geht der Medizinische Dienst nach Zeitorientierungswerten vor. Wenn Sie für die Pflege Ihres Angehörigen mehr Zeit benötigen – hierzu zählt auch die Anleitung und Beaufsichtigung – machen Sie dies deutlich. Welche Pflegestufen gibt es? Die Pflegestufen sind gesetzlich festgelegt. In welche Stufe man kommt, ist vom Umfang der Grundpflege, d.h. Körperpflege, Ernährung, Mobilität abhängig. Beispiele für Zeitorientierungswerte: ■■Duschen 15 bis 20 Minuten ■■ Kämmen 1 bis 3 Minuten ■■ Rasieren 5 bis 10 Minuten ■■ Einfache Hilfe zum Aufstehen/Zubettgehen je 1 bis 2 Minuten ■■ Ankleiden 8 bis 10 Minuten Voraussetzungen für Pflegestufe I ■■Häufigkeit der Hilfestellungen, mindestens einmal täglich Hilfebedarf für mindestens ■■ zwei pflegerische Verrichtungen und zusätzlich mehrmals in der Woche Hilfen bei der hauswirtschaftlichen Versorgung. Zeitaufwand für Hilfebedarf ■■Durchschnittlich mindestens 90 Minuten pro Tag für Hilfeleistungen, wobei der Aufwand für pflegerische Verrichtungen mehr als 45 Minuten betragen muss. Voraussetzungen für Pflegestufe II ■■Häufigkeiten der Hilfestellungen ■■Mindestens dreimal täglich Hilfebedarf zu verschiedenen Tageszeiten bei der Pflege und zusätzlich mehrmals in der Woche Hilfen bei der hauswirtschaftlichen Versorgung. Zeitaufwand für Hilfebedarf ■■Durchschnittlich mindestens drei Stunden pro Tag für Hilfeleistungen, wobei der Aufwand für pflegerische Verrichtungen mit zwei Stunden pro Tag eindeutig überwiegen muss. Voraussetzungen für Pflegestufe III ■■Häufigkeiten der Hilfestellungen ■■Die Hilfe muss täglich rund um die Uhr, auch nachts, benötigt werden, d.h. die Pflegeperson hat in ständiger Bereitschaft zu stehen. Ein nächtlicher Pflegebedarf (22.00 bis 6.00 Uhr) liegt dann vor, wenn jede Nacht eine Pflegeleistung anfällt, welche die Nachtruhe der Pflegeperson unterbricht. ■■Der nächtliche Pflegebedarf kann ausnahmsweise auch dann anerkannt werden, wenn in den letzten vier Wochen einmal oder höchstens zweimal in der Woche nächtliche Hilfeleistungen anfielen und sich der Hilfebedarf auf Dauer nicht weiter reduziert. Zusätzlich muss mehrfach in der Woche Hilfe bei der hauswirtschaftlichen Versorgung benötigt werden. Zeitaufwand für Hilfebedarf Durchschnittlich mindestens fünf Stunden pro Tag für Hilfeleistungen. Von diesen fünf Stunden müssen mindestens vier Stunden für die Verrichtungen aufgewendet werden.


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