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41 Leistungen der Pflegekasse Pflegeversicherung Wenn Sie Mitglied einer gesetzlichen Kasse sind, dann sind Sie auch dort pflegeversichert. Die Adresse Ihrer Krankenversicherung ist gleichzeitig die Adresse Ihrer sozialen Pflegeversicherung. Freiwillig Versicherte können zwischen sozialer und privater Pflegeversicherung wählen. Die Leistungen beziehen sich auf die häusliche, teilstationäre und stationäre Pflege. Diese Leistungen sind bei den zuständigen Pflegekassen zu beantragen. Sie sind nicht einkommens- oder vermögensabhängig, sondern richten sich nach dem durch die Pflegekasse festgestellten Pflegebedarf. Wer gilt als „pflegebedürftig“? Als pflegebedürftig gelten Menschen, die wegen einer körperlichen, geistigen oder seelischen Krankheit oder Behinderung Hilfen auf Dauer, d.h. voraussichtlich mindestens 6 Monate in ihrem Alltag benötigen. Zu den Hilfeleistungen im Alltag gehören: ■■ Körperpflege, Ernährung, Mobilität, Hauswirtschaft Seit dem 01.01.2013 haben auch Versicherte, die wegen erheblich eingeschränkter Alltagskompetenz die Voraussetzungen des § 45a SGB XI erfüllen (Pflegestufe 0), Ansprüche auf bestimmte Leistungen der Pflegeversicherung (z.B. bei Demenz). Wie erhalten Sie Leistungen der Pflegeversicherung? Auskünfte zur Antragstellung bekommen Sie bei Ihrer Pflegekasse (Information über Ihre Krankenkasse oder bei den Pflegestützpunkten – Adressen. Bei der Pflegekasse können Sie den Antrag telefonisch anfordern oder abholen lassen. Der ausgefüllte und unterschriebene Antrag geht zurück an Ihre Pflegekasse. Bevor über Ihren Antrag entschieden wird, findet ein Hausbesuch des Medizinischen Dienstes der Krankenversicherung (MDK) statt (Arzt- und/oder Pflegekraft). Dieser Besuch wird immer schriftlich oder telefonisch angemeldet. Der Gutachter wird aufgrund eines Fragenkatalogs Ihre Pflegebedürftigkeit einschätzen und dieses Gutachten schriftlich der Pflegekasse vorlegen. Was ist bei der Begutachtung durch den Medizinischen Dienst zu beachten? Schildern Sie Ihre Pflegesituation ehrlich und schämen Sie sich nicht Ihre alltäglichen Handicaps zu erwähnen, denn nur so ist einzuschätzen, in welchem Umfang (Pflegestufe) Sie Hilfe benötigen. Nachfolgend einige nützliche Tipps für Ihr Gespräch mit dem MDK: ■■ Pflegeprotokoll/Tagebuch führen; d.h. notieren Sie eine Woche lang alle Hilfeleistungen, die Sie täglich benötigen ■■ Fordern Sie Ihre Krankenberichte an (Hausarzt, Facharzt, Krankenhaus etc.) ■■ Teilen Sie Angehörigen/Vertrauenspersonen und evtl. dem Pflegedienst den Begutachtungstermin mit (diese können wichtige Aussagen bestätigen bzw. ergänzen) ■■ Falls wesentliche Pflegesituationen im Gespräch nicht erfragt werden, machen Sie unbedingt eigene Angaben, die Ihrer Meinung nach wichtig sind ■■Wichtig für Angehörige: Es besteht die Möglichkeit, einen gesonderten Termin ohne Beisein des Pflegebedürftigen zu vereinbaren.


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